Wer in Deutschland Casinospiele anbieten will, stößt schnell auf eine komplizierte Antwort. Es gibt nicht die eine Lizenz, sondern mehrere Erlaubniskategorien und Zuständigkeiten.
Virtuelle Automatenspiele und Online Poker werden zentral von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in Halle beaufsichtigt. Klassische Online Casinospiele mit Bankhalter wie Roulette und Blackjack ordnen die Bundesländer selbst, häufig über landesrechtliche Konzessionsmodelle oder Monopole.
Landbasierte Spielbanken fallen ohnehin vollständig in die Verantwortung der Länder. Für die Kosten bedeutet das ein Bündel aus einmaligen und laufenden Posten, die je nach Geschäftsmodell stark variieren.
Die wichtigsten Lizenzarten und Zuständigkeiten
Für virtuelles Automatenspiel und Online Poker ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder zuständig. Sie veröffentlicht Antragsunterlagen, Musternebenbestimmungen und technische Vorgaben und führt zudem die Whitelist der erlaubten Anbieter.
Das gilt allerdings nur, wenn ein Online Casino in Deutschland lizenziert ist. Denn tatsächlich spielt ein Teil der Deutschen auch bei Casinos, die keine Lizenz aus Deutschland haben und stattdessen aus Malta, Curacao oder anderen Staaten. Hier greifen dann die lokalen Regeln und die Kostenblöcke der jeweiligen Lizenzen.
Für Online Casinospiele mit Bankhalter sind die Länder zuständig und können Konzessionen vergeben oder einen staatlichen Betreiber einsetzen. Landbasierte Spielbanken werden ebenfalls per Landesgesetz reguliert, einschließlich Konzession und Abgabensätzen.
Kostenblock Verwaltung, Erlaubnis und Sicherheitsleistung
Für jede Erlaubnis fallen Verwaltungsgebühren an. Der Glücksspielstaatsvertrag sieht für mehrjährige Erlaubnisse eine jährlich gesondert berechnete Verwaltungsgebühr vor.
Die konkrete Gebührenhöhe richtet sich nach dem einschlägigen Landesrecht und dem behördlichen Aufwand und kann je nach Verfahren und Umfang erheblich differieren. Eine pauschale Eurozahl für alle Fälle gibt es nicht.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen behördlicher Gebühr und Abgaben oder Steuern. Die Verwaltungsgebühr deckt den Aufwand der Erlaubniserteilung und der Aufsicht. Daneben treffen Anbieter laufende finanzielle Verpflichtungen wie Sicherheitsleistungen, Systemnutzungsentgelte und Steuern.
Erlaubnisinhaber müssen außerdem eine Sicherheitsleistung erbringen. Der Staatsvertrag nennt als Regelsumme fünf Millionen Euro und erlaubt eine Erhöhung bis zu fünfzig Millionen Euro, wenn die Sicherheit nicht ausreicht, um unlautere Spielausgänge und Gewinnauszahlungen auch im Insolvenzfall abzudecken.
Die Aufsicht kann die Sicherheitsleistung auf Grundlage des durchschnittlichen monatlichen Umsatzes festsetzen. Für neue Anbieter ist das einer der größten Kapitalbinder.
Kostenblock verpflichtende IT Systeme und Steuern
Für OASIS sind die nutzungsabhängigen Entgelte öffentlich ausgewiesen. In der Preisliste für 2024 sind beispielsweise monatliche Grundentgelte nach Abfragevolumen und zusätzliche Entgelte pro Abfrage enthalten.
Je nach Stufe beginnen die monatlichen Entgelte bei wenigen hundert Euro, bei hohen Volumina liegen sie deutlich höher. Zusätzlich fallen nutzungsabhängige Beträge je Anfrage an. Diese Entgelte summieren sich bei starkem Spielbetrieb zu relevanten Betriebskosten.
Seit Juli 2021 werden Online Poker und virtuelle Automatenspiele auf Bundesebene mit einer Einsatzsteuer in Höhe von fünf Komma drei Prozent der Bemessungsgrundlage besteuert. Das ergibt sich aus der Novelle des Rennwett und Lotteriegesetzes.
Für Sportwetten gilt derselbe Steuersatz auf den Einsatz. Die Einsatzsteuer fällt unabhängig vom Ergebnis an und ist damit ein zentraler Kostenfaktor jedes Online Geschäftsmodells.
Ein einfaches Rechenbeispiel verdeutlicht die Größenordnung. Bei Einsätzen von zehn Millionen Euro in einem Monat ergibt sich eine Steuer von zehn Millionen mal fünf Komma drei Prozent gleich fünfhundertdreißigtausend Euro. Dieser Betrag fällt zusätzlich zu Gebühren, Sicherheitsleistung und Systemkosten an.
Kosten landbasierter Spielbanken

Für Spielbanken an Land erheben die Länder eine Spielbankabgabe auf den Bruttospielertrag. Die Sätze unterscheiden sich je Land. In Nordrhein Westfalen beträgt die Spielbankabgabe dreißig Prozent des Bruttospielertrags, dazu kommen weitere landesrechtliche Regelungen.
In Sachsen gelten progressive Stufen. Bis zu fünf Millionen Euro Bruttospielertrag fallen dreißig Prozent an, mit steigender Stufe erhöht sich der Satz, ab zwanzig Millionen Euro sind es fünfzig Prozent. Diese Abgaben sind keine Verwaltungsgebühren, sondern laufende fiskalische Lasten auf den Betriebsertrag.
Die genauen Bedingungen und etwaige weitere Leistungen wie Gewinnabgaben oder Konzessionsvergütungen ergeben sich aus dem jeweiligen Spielbankgesetz und den Konzessionsunterlagen des Landes. Wer eine landbasierte Spielbank betreiben will, sollte daher das jeweilige Landesrecht prüfen.
Online Casinospiele mit Bankhalter auf Länderebene
Bei Online Casinospielen mit Bankhalter setzen die Länder eigene Modelle um. Nordrhein Westfalen hat ein Gesetz für Online Casinospiele beschlossen. Die steuerliche Belastung orientiert sich dort an der Spielbankabgabe.
Der Satz beträgt dreißig Prozent des Bruttospielertrags und steigt für den Teil über fünfzehn Millionen Euro im Kalenderjahr auf fünfundfünfzig Prozent. Andere Länder verfolgen unterschiedliche Wege, teilweise mit staatlichem Angebot. Ein bundesweit einheitlicher Kostensatz existiert hier nicht.
Noch im Jahr 2023 hielt ein amtlicher Zwischenbericht fest, dass erlaubte Online Casinospiele in den Ländern zum damaligen Zeitpunkt noch nicht angeboten wurden. Das unterstreicht, dass die konkrete Ausgestaltung weiterhin vom jeweiligen Landesrecht und vom Fortschritt der Umsetzung abhängt.
Weitere Kostenfaktoren in der Praxis
Neben den beschriebenen behördlichen Posten kommen betriebliche Kosten hinzu. Dazu zählen Prüfung und Zertifizierung von Spielen und Plattformen, das Datentreuhandmodell, Alters und Identitätsprüfung, IT Sicherheit nach technischen Richtlinien, verantwortungsvolles Spiel inklusive Limitverwaltung und Monitoring, Geldwäscheprävention sowie Compliance Personal.
Die GGL hält in ihrem Downloadbereich die einschlägigen Dokumente und Musternebenbestimmungen bereit, die den Umfang dieser Pflichten zeigen. Konkrete Eurobeträge sind hier marktabhängig und variieren je nach Anbieter und Dienstleister.
Die Kosten für eine Casino-Lizenz in Deutschland bewegen sich also aus gutem Grund in einer Bandbreite. Der Staat verlangt keine einheitliche Pauschale, sondern kombiniert behördliche Gebühren, Sicherheitsleistungen, Systementgelte und Steuern – und das schon seit Jahren. Für Online-Anbieter von virtuellem Automatenspiel, digitalem Spielen und Online-Poker sind insbesondere die Einsatzsteuer und die OASIS-Pflichten kostentreibend. Für landbasierte Spielbanken und für Online Casinospiele mit Bankhalter bestimmen die Länder mit ihren Abgabesätzen die laufende Belastung.
Für Online Anbieter von virtuellem Automatenspiel und Online Poker sind insbesondere die Einsatzsteuer und die OASIS Pflichten kostentreibend. Für landbasierte Spielbanken und für Online Casinospiele mit Bankhalter bestimmen die Länder mit ihren Abgabesätzen die laufende Belastung.
Wer seriös planen will, sollte vor Antragstellung die eigenen Einsatz und Ertragsannahmen durchrechnen, die Sicherheitsleistung einkalkulieren und die Systementgelte anhand realistischer Abfragevolumina schätzen.
